Erzähl mir was vom Tod - Eine interaktive Ausstellung über das Davor und Danach.

Eine Produktion des Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin in Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle.

AKTUELL:

Herzlich willkommen! Vom 20.10. bis 4.11. sind wir das Reisekontor Burg Eckstein. In der Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod" startet zur vollen und halben Stunde eine Reise vom Diesseits zum Jenseits mit Rückreisegarantie.

Alter: ab 5 Jahren

Das besondere Interview

Marie Jansen-Mertens vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. (Kinderhospiz- und Familienbesuchdienst) hat im Rahmen der Ausstellung Erzähl mir was vom Tod einen Workshop geleitet, der sich an Pädagoginnen richtete. Wir haben sie nach Ihren ganz persönlichen Erfahrungen gefragt. Das Interview führte für das Alice-Kindermuseum Nikola Mirza.

 

Nikola Mirza: Tod, Sterben, Abschied nehmen, das sind keine leichten Themen. Warum sollten wir Lebenden uns trotzdem früh(er) damit beschäftigen?
Marie Jansen-Mertens: Nein, das sind keine leichten Themen, weswegen wir sie ja auch meist aus unserem Leben ausschließen. Die Beschäftigung mit diesen Fragen kann aber eine Anregung sein, darüber nachzudenken, was in meinem Leben wertvoll und wichtig ist. 

Was ist für Familien und Kinder besonders wichtig, wenn sie plötzlich mit dem Thema Tod konfrontiert sind?
Der Tod macht erstmal viele Menschen sprachlos. Deshalb ist es für  Familien wichtig, wieder miteinander zu sprechen und ihre Gefühle zu teilen. Auch ist es für Familien wichtig, zu verstehen, dass jedes Familienmitglied auf seine Art und Weise trauert, dass es nicht so etwas wie "richtige " oder "falsche" Trauer gibt.
 
Wie können Kinderhospiz- und Familienbegleitdienste hier helfen?
Für die Kinderhospizdienste ist ja selbstverständlich, über die Themen Sterben, Tod und Trauer zu sprechen und auch Worte zu finden, oft ganz einfache Worte. 


Und das hilft den Familien oft, ihre eigenen Worte zu finden und den Mut, sich zu äußern. Häufig sind auch Familien, in denen ein Kind verstorben ist, sehr isoliert und brauchen jemanden, der ihnen zu Seite steht.
 

Wie reagieren Kinder auf das Thema Tod?
Kinder haben je nach Alter und Entwicklungsstand ein unterschiedliches Verständnis von Sterben und Tod. Alle Kinder möchten aber ernstgenommen und beteiligt werden. Die Angst der Erwachsenen vor dem Tod ist nach meinem Eindruck oft größer als die der Kinder. 

Wie geht man damit um, wenn das Thema Tod in der Schule, in der Kita, am Arbeitsplatz ankommt, weil ein Kind, einen Elternteil, ein*e Freundin, ein*e Kolleg*in stirbt?
Am Wichtigsten erscheint mir, eine Atmosphäre zu schaffen, in der der betreffende Mensch spürt, dass er nicht alleine ist, dass er sprechen darf, Fragen stellen und auch Antworten bekommt. Er braucht auch die Gewissheit, dass er nicht zwingend sprechen muss. 

Welche Erfahrungen haben Sie bei dem Workshop für Pädagog*innen im Alice - Museum für Kinder im FEZ Berlin gemacht? Welche Eindrücke sind geblieben?
Meine Erfahrungen aus dem Workshop waren durchweg positiv. Die Teilnehmer*innen waren interessiert, haben sich auch ihren eigenen Trauer- und Verlusterfahrungen gestellt und das ist eine wichtige Vorrausetzung dafür, z.B. in einer Schulklasse mit die Themen Tod und Sterben einfühlsam reagieren zu können.

Eine ungewöhnliche Einladung

Das Thema Tod ist ein Tabu, etwas, worüber wir ungern sprechen. Keiner beschäftigt sich gerne mit dem Ende des eigenen Lebens oder denkt an den Verlust von lieben Menschen. Kinder nehmen auf solche Tabus keine Rücksicht. Sie wollen wissen, was geschieht, warum und wieso: zum Glück. Der Tod gehört zum Leben - und die Beschäftigung mit ihm heisst auch, sich mit seiner eigenen Existenz auseinanderzusetzen.

Die Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod" ist eine ungewöhnliche Einladung für Menschen zwischen 5 und 99 Jahren. Eine Konfrontation mit einem Thema, dem wir in unserer Gesellschaft oft mit Sprachlosigkeit und Angst gegenüberstehen. Sie lädt alle Lebenden ein, behutsam und ohne Scheu und sogar mit einem Lächeln, was uns andere Kulturen vorleben, einen Schritt auf die „Andere Seite“ zu tun.

Begleitprogramm für Schulklassen und Familien:

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Ausstellungsbesuch für Schulklassen in der Schulzeit:

Di-Do 9, 11, 13, 15 Uhr.
Buchungen für Schulklassen sind ab sofort möglich. Kontakt: Zentrale Reservierung, Tel.: 030-53071-333 
reservierung@fez-berlin.de

Vorschulgruppen:

Schulzeit: Jeden Freitag 9, 11, 13
reservierung@fez-berlin.de

Öffnungszeit für Familien:

Samstag und Sonntag, feiertags und an schulfreien Brückentagen von 12-18 Uhr, Kurzferien: Mo-Fr 10-18 Uhr.
Keine Reservierung erforderlich. An Wochenend-, Feier- und Ferientagen ist für Familien der Eintritt in unsere Ausstellung im Hauseintritts-, Theater- und orbitall-Ticket inbegriffen.

Fortbildungen für Erwachsene, Multiplikator/innen, Erzieher/innen, Pädagog/innen:

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Museumskoffer für Schulen:

Lehrer/innen können diesen aufwändig gestalteten und ausgestatteten Koffer ausleihen und damit eine eigene Unterrichtsstunde gestalten.
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Bisherige Präsentationen

  • Hofburg Innsbruck
  • Naturkundemuseum Natur - Mensch - Umwelt, Bielefeld
  • rbb Fernsehzentrum an der Masurenallee, Berlin
  • Edwin Scharff Museum Neu-Ulm
  • FRida & freD - Das Grazer Kindermuseum
  • Kindermuseum zoom, MuseumsQuartier Wien
  • Berlin-Parochialkirche
  • mondo mio!, Kindermuseum im Westfalenpark, Dortmund
  • Deutsches Klingenmuseum Solingen
  • Kulturhauptstadt Europas 2007, Luxemburg
  • Kulturfestival Basel/ Museum am Burghof Lörrach
  • Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
  • Arbeitsstelle für Religionspädagogik, Oldenburg
  • Helms-Museum, Hamburg
  • Kindermuseum München
  • Museum für Vor- und Frühgeschichte, Dresden
  • Franckesche Stiftungen, Halle
  • Museum für Sepulkralkultur, Kassel
  • Alice - Museum für Kinder im FEZ-Berlin

Zur Ausstellung

Mit einem Reisepass geht es ins Jenseits: Von hier können sich kleine und große Besucher in 13 begehbaren Rauminszenierungen mit unterschiedlichen Aspekten und Themen, die zum Tod und zum Leben gehören, vertraut machen.

"Erzähl mir was vom Tod" macht Mut, Fragen zu stellen und eigene Antworten zu finden. Einen Ewigkeitstrank gefällig? Stöbern im "Wohnzimmer der Erinnerung?" Eine originale Grabstätte als Archäologe untersuchen? Die Galerie der Lebensalter durchwandern oder sich ins Paradies würfeln?

Omas, Väter, Teenies und Grundschulkinder, Menschen von 5 bis 99 Jahre kommen hier zusammen und erfahren, dass Alter, Zeit, Leben und Tod untrennbar miteinander verbunden sind. Es gibt Räume zum Nachdenken, zum Spielen und zum Anfassen. Es gibt Dinge zum Staunen, Weinen und Lachen. 

13 Themenstationen für Menschen von 6-99 Jahre:

Reisebüro (Begrüßung und Einstimmung), Zeitmaschine, Werden und Vergehen, Wohnzimmer der Erinnerung, Galerie der Lebensalter, Labor der Unsterblichkeit, Tod im Märchen, Spiele und Tod, Kino, Grossvater geht, Paradiesgarten, Bestattungsinstitut, Im Reich des Osiris, Ofrenda (Ein mexikanisches Totenfest).

Informationen

für Eltern und PädagogInnen:

Interview mit Samira Schüller, staatlich anerkannte  Diplom Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin (FH) und Trauerbegleiterin, Trauernde Kinder Schleswig-Holstein e.V.: pdf 621 KB

"Über den Tod mit Kindern sprechen? - Geht das denn? Ja, denn der Tod gehört zu der Erfahrungswelt von Kindern dazu. Kinder werden mit Sterben und Trauer konfrontiert. Sie begegnen dem Tod, wenn ein Haustier stirbt, in den Medien, wenn sie Nachrichten mitbekommen oder wenn es einen Trauerfall in ihrem Umfeld gibt." ...

Informationen

für Eltern und PädagogInnen:

Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christoph Student, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie - Palliativmedizin -: 18 KB


"Viele Erwachsene sind der Ansicht, dass man Kinder mit dem Thema Tod besser nicht konfrontieren sollte – richtig oder falsch?" C.S.: "Erwachsene wollen dadurch die Kinder vor Ängsten bewahren. Aber das ist Unfug – Kinder vom Tod fernzuhalten ist, wie Kinder vom Leben fernzuhalten. Deshalb sollte man auf Fragen eingehen, die Kinder zu diesem Thema stellen. ...

Abdruck des Interviews mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Quelle: "rbb, Aktion Schulstunde"
https://www.rbb-online.de/schulstunde/

Informationen

für Eltern und PädagogInnen:

Die Autorin Gerlinde Unverzagt berichtet über die Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod": Kinder fragen nach dem Tod: pdf 31 KB

"Das Tick-Tack der riesigen Standuhr könnten nicht alle zweifelsfrei als Pendelgeräusch deuten, was auch daran liege, dass diese Zeitmesser soaus der Mode gekommen sind. Wie auch die Sanduhr, die als »memento mori« die Menschen daran erinnern soll, dass ihre Zeit auf Erden begrenzt ist." ...


Informationen

für Eltern und PädagogInnen:

Claudia Lorenz,
Diplom-Pädagogin, Leiterin des Alice - Museum für Kinder im FEZ-Berlin:  Mit Kindern über den Tod sprechen: pdf 54 KB


"Das Thema Tod macht uns oft sprachlos. Er ist ein Tabu, etwas, worüber wir ungern sprechen. Wir haben für den Tod, das Alter und die Vergänglichkeit keinen Platz in unserer dynamischen, leistungsorientierten Gesellschaft. Oft wird der Tod heute in Krankenhäuser, Pflegeheime und Hospize verbannt wie etwas Ansteckendes, zu Entsorgendes. Aus dem Auge aus dem Sinn?"...


Presse

Trost in der Erinnerung - Eine Interaktive Ausstellung im Neu-Ulmer Kindermuseum zeigt einfühlsam, dass der Tod zum Leben gehört.
sueddeutsche.de, 31. Oktober 2011

Diese Ausstellung Erzähl mir was vom Tod ist inzwischen ein Publikumsmagnet. Zurecht!
Denn die liebevoll gestalteten Räume laden ein, offen und doch sensibel über das Thema Tod zu sprechen. Und das Bedürfnis zu verstehen, was mit verstorbenen Menschen geschieht, ist bei Kindern stark ausgeprägt.
Radio Bayern 2, Kulturleben, 17. November 2011

"Und was kommt danach?
Sinnvoller Tabubruch im Zoom Kindermuseum. (. . .) Von Traurigkeit ist bei den 12 Stationen nur selten etwas zu spüren, viel eher wird Mut gemacht, den Tod als einen Teil des Lebens zu sehen."
Kurier, Wien, 12. März 2009

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